Gelenkschmerzen: Welche Ursachen stecken dahinter – und was kann man für gesunde Gelenke tun?

Wir werden alle nicht jünger – und mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Gelenkschmerzen. Doch auch junge Menschen können von den unangenehmen Symptomen betroffen sein. Auf Platz eins der schmerzenden Gelenke: die Knie1. Aber welche Ursachen stecken hinter den Symptomen, was kann man gegen Gelenkschmerzen tun – und welche Nahrungsmittel sollte man bei Gelenkschmerzen lieber meiden? Diesen Fragen gehen wir im Folgenden nach!

Gelenkschmerzen Ursachen und Co.

Lesezeit: 04:11 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie sind unsere Gelenke aufgebaut?
  2. Was sind die Ursachen für Gelenkschmerzen?
  3. Wie kann man Gelenkschmerzen behandeln?
  4. Was kann man selbst für gesunde Gelenke tun?
  5. Welche Nahrungsmittel sind bei Gelenkschmerzen empfehlenswert?

1. Wie sind unsere Gelenke aufgebaut?

Ein gesundes Gelenk besteht aus den Gelenkknochen, die von einer Gelenkschleimhaut umgeben werden. In der Gelenkschleimhaut wird die Gelenkschmiere gebildet, die für eine reibungslose Flexibilität des Gelenkes sorgt. Zwischen den Gelenkknochen befindet sich der elastische Gelenkknorpel, der wie ein Stoßdämpfer funktioniert. Den richtigen Halt bekommt das Gelenk durch die Kapsel und die Bänder, die das Gelenk stützen.

2. Was sind die Ursachen für Gelenkschmerzen

Meist ist uns gar nicht bewusst, wie wichtig unsere Gelenke sind – bis sie anfangen, zu streiken. Gelenkschmerzen können Betroffene im Alltag extrem einschränken. Treppen steigen, Schuhe anziehen oder vom Bürostuhl aufstehen – bei vielen Bewegungsabläufen jagt plötzlich ein Schmerz durch den Körper. Gelenke können – je nach Ursache – bei Bewegung schmerzen, in der Ruhe, vorwiegend nachts oder am Morgen nach dem Aufwachen. Die Ursachen für Gelenkschmerzen können dabei vielfältig sein:

  • Überlastung: Bei intensivem Sporttraining kann es zu einer Überlastung der Gelenke kommen. Auch bestimmte Berufe haben ein hohes Risiko für eine Überbelastung, beispielsweise Handwerker, die schwer heben oder viel Zeit in unnatürlichen Körperpositionen verbringen. Auch bei Menschen mit Übergewicht werden die Gelenke stark beansprucht. Oft steckt hinter den Gelenkschmerzen dann eine Schleimbeutelentzündung oder eine Sehnenscheidenentzündung.
  • Arthrose: Bei der Arthrose ist der Knorpel im Gelenk unwiederbringlich geschädigt. Durch die Reibung der Gelenkknochen entstehen Schmerzen und Veränderungen im Gelenk – beispielsweise Verknöcherungen. Arthrose spielt vor allem in den Knien, aber auch am Rücken eine große Rolle.
  • Rheuma: Es gibt eine ganze Reihe an Rheumatischen Erkrankungen, die Gelenkschmerzen verursachen können – beispielsweise die rheumatoide Arthritis, die sich in Form von schubweise auftretenden Entzündungen äußert. Auch Gicht oder autoimmunbedingte Gelenkentzündungen wie die Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte) werden zu den Rheumatischen Erkrankungen gezählt.
  • Arthritis: Diese akute Gelenkentzündung äußert sich durch geschwollene Gelenke, die häufig warm werden und gerötet sind. Die Arthritis kann durch ein bakteriellen Infektion ausgelöst werden, aber auch durch Gicht, Rheuma oder chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn.
  • Gefäßentzündungen: Auch bei einer sogenannten Vaskulitis – einer Entzündung der Arterien – können Gelenkschmerzen auftreten. Meist werden sie von weiteren Symptomen wie allgemeiner Erschöpfung, Fieber und Schweißausbrüchen begleitet.
  • Borreliose: Gelenkentzündungen gehören zu den typischen Symptomen einer Borreliose. Sie wird durch von Borrelien-Bakterien ausgelöst, die von infizierten Zecken übertragen werden.

3. Wie kann man Gelenkschmerzen behandeln?

Bei starken, anhaltenden oder wiederkehrenden Gelenkschmerzen sollte stets ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch dann, wenn sich zu den Schmerzen weitere Symptome gesellen. Der Hausarzt oder Orthopäde führt zunächst verschiedene Untersuchungen durch – beispielsweise Blutuntersuchungen, ein Gelenk-Ultraschall, eine Gelenkspiegelung, Röntgen, Kernspintomographie oder eine Gelenkpunktion. Die Behandlung der Gelenkschmerzen richtet sich nach der Diagnose. In Frage kommen beispielsweise folgende Therapieansätze:

  • Medikamente: Bei Rheuma oder Arthrose können verschiedene entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Häufig werden die Medikamente lokal unter die Haut gespritzt. Bei Entzündungen können auch Antibiotika zum Einsatz kommen.
  • Physiotherapie: Mit manueller Therapie und Krankengymnastik wird die Beweglichkeit der Gelenke verbessert.
  • Bestrahlung Sehr gute Ergebnisse kann auch eine sogenannte Röntgenreizbestrahlung eines von Arthrose betroffenen Gelenkes erzielen. Die niedrig dosierte Strahlung wirkt gegen die Entzündung und verbessert die Durchblutung.
  • Operation In schweren Fällen, in denen andere Therapien sich als nicht erfolgreich erwiesen haben, kann eine Operation erwogen werden. Dabei wird das geschädigte Gelenk gegen ein künstliches Gelenk getauscht.

4. Was kann man selbst für gesunde Gelenke tun?

Es gibt einiges, das man selbst tun kann, um Gelenkschmerzen vorzubeugen oder ihnen entgegenzuwirken. Dazu gehören die folgenden Maßnahmen:

  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung und treiben Sie regelmäßig moderaten Ausdauersport. Besonders gelenkschonend sind Schwimmen oder Radfahren.
  • Vermeiden Sie Übergewicht, das die Gelenke belastet.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Tabak.
  • Trainieren Sie Ihre Muskulatur mindestens zweimal pro Woche mit Krafttraining. Starke Muskeln stützen die Gelenke.
  • Vermeiden Sie starke Belastungen, wie langes Knien oder schweres Tragen.
  • Versuchen Sie Stress mit Hilfe von Entspannungstechniken wie autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung zu reduzieren.
  • Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C und Vitamin E können den Erhalt einer normalen Gelenkgesundheit unterstützen2. Viele Menschen schwören außerdem auf Grünlippmuschelpulver, natürliches Kollagen und MSM (Methylsulfonylmethan).

4. Welche Nahrungsmittel sind bei Gelenkschmerzen empfehlenswert?

Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren ist sinnvoll. Auf fettreiche Fleisch- und Wurstprodukte sollte dagegen lieber verzichtet werden, da sie Entzündungen fördern können2. Insbesondere folgende Nahrungsmittel sind bei Gelenkschmerzen empfehlenswert:

  • Fisch, Nüsse und hochwertige Pflanzenöle – sie haben einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien
  • Obst und Gemüse mit viel Vitamin C – wie Brokkoli, Sanddorn, Hagebutte und Zitrusfrüchte
  • Ingwer – der Inhaltsstoff Gingerol soll anti-entzündlich und schmerzhemmend wirken

Fazit

Bei anhaltenden Gelenkschmerzen sollten Betroffene ein Arzt aufsuchen, denn die Ursachen können vielfältig sein. Durch das eigene Verhalten kann jedoch jeder selbst etwas dafür tun, um Gelenkschmerzen vorzubeugen. Vor allem regelmäßige, gelenkschonende Bewegung, ein normales Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C und Vitamin E sind dabei wichtig.

Quellen

1) Journal of Health Monitoring: Prävalenz von Gelenkschmerzen in Deutschland, Robert Koch-Institut, Link: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_03_2017_Praevalenz_Gelenkschmerzen.html

2) Studie: Steinwachs M. Erkrankungen des Skelettsystems: Rheumatoide Arthritis und Arthrose. In: Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, Artikel in Deutsche Apothekerzeitung "Ernährung für gesunde Gelenk", Link: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-44-2012/ernaehrung-fuer-gesunde-gelenke