05.07.21

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SPERMIDIN: SO UNTERSTÜTZT DIE NATÜRLICHE SUBSTANZ UNSERE KÖRPERZELLEN

Lesezeit: 03:47 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Spermidin?
  2. Spermidin: Das ist die Wirkung
  3. Das sagt die Forschung über Spermidin
  4. Wo ist Spermidin enthalten?

1. WAS IST SPERMIDIN? DER MIKRONÄHRSTOFF IM PORTRÄT

Spermidin ist eine natürliche Substanz, die, chemisch gesehen, zu den sogenannten biogenen Polyaminen gezählt wird. Sie ist in sämtlichen menschlichen Körperzellen enthalten, kommt aber auch in verschiedenen Lebensmitteln vor. Der Körper selbst produziert das Polyamin zum Beispiel mithilfe verschiedener Darmbakterien. Den Bedarf kann er so allerdings nicht komplett decken – entsprechend sollten wir die Substanz zusätzlich über die Nahrung regelmäßig zu uns nehmen. Eine Alternative kann der Kauf von Spermidin als Nahrungsergänzungsmittel sein. Übrigens: Die Bezeichnung "Spermidin" bezieht sich tatsächlich auf den ursprünglichen Ort, an dem die Substanz erstmalig gefunden wurde – nämlich die Samenflüssigkeit.

2. SPERMIDIN: DAS IST DIE WIRKUNG

Der Vitalstoff ist im menschlichen Körper an vielen relevanten Prozessen beteiligt. Grundsätzlich ist der Botenstoff wichtig für das Zellwachstum und die gesunden Zellfunktionen, etwa die Zellteilung. So unterstützt er maßgeblich die sogenannte Autophagie – also wichtige Reinigungsprozesse innerhalb der Zellen. Beschädigtes Zellmaterial wird abgetragen und/oder repariert, potenziell Schädliches wird entsorgt. Ist der Selbstreinigungsprozess gestört, beispielsweise durch eine falsche Ernährungsweise, können sich alte und schadhafte Zellbestandteile im Körper anhäufen, toxisch werden und zu vielen, verschiedenen Erkrankungen führen.

2016 hat der Japaner Yoshinori Ohsumi den Medizin-Nobelpreis erhalten, weil er durch seine Arbeiten zeigen konnte, wie wichtig die Autophagie für den Körper ist. Seitdem steht dieser Prozess immer mehr im Mittelpunkt der Forschung und neue Therapieansätze werden entwickelt.

Autophagie ist die Grundlage für einen fitten und widerstandsfähigen Körper. Eine spermidinreiche Ernährung kann den Körper bei der Zellreinigung und Zellerneuerung unterstützen.

Spermidin: Ein neues Wunderheilmittel?
Man kann es kaum dezenter ausdrücken: Spermidin gilt heute als echtes Wundermittel – zumindest wenn man den vielen Vermutungen und Behauptungen Glauben schenkt, die der Substanz erstaunliche Effekte innerhalb des menschlichen Körpers nachsagen. Je älter der Mensch wird, desto weniger Spermidin weisen seine Zellen auf, die Vitalität der Zellen sinkt. Entsprechend wird nun vermutet, dass das Polyamin dabei helfen kann, die natürliche Zellalterung aufzuhalten. Eine mögliche Folge dieser verzögerten Alterungsprozesse: Typische Alterserkrankungen, neben Alzheimer und Demenz sowie Parkinson auch viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen, könnten möglicherweise so verhindert werden.


3. DAS SAGT DIE FORSCHUNG ÜBER SPERMIDIN

Um es kurz zu sagen: Viele Gesundheitsversprechen rund um Spermidin sind nach aktuellem Wissensstand noch nicht haltbar. So wird dem Botenstoff zum Beispiel laut einiger Untersuchungen nachgesagt, sich positiv auf die Lebenserwartung auszuüben. Zudem ist es möglich, dass eine längere Lebenserwartung von Menschen, die sich spermidinreich ernähren, auch an der gesunden Ernährung allgemein liegen könnte. Die Tatsache, dass die Substanz im Körper die zelluläre Autophagie ankurbeln kann, ist allerdings für die medizinische Forschung durchaus vielversprechend.

Eine Studie der Berliner Charité hat Hoffnungsvolles im Kampf gegen Krankheiten wie Demenz hervorgebracht: Basierend auf der Annahme, dass Spermidin sich positiv auf die Funktion der Nervenzellen und der geistigen Fähigkeiten auswirken kann, erhielten die Teilnehmer regelmäßig zusätzliches Spermidin in Kapselform. So zeigten sich in der Vorstudie tendenzielle Verbesserungen der Gedächtnisleistung der Teilnehmer – möglicherweise ein Ansatz für eine zukünftige Demenz-Therapie (Flöel, 2017)
1.

4. WO IST SPERMIDIN ENTHALTEN?

Spermidin ist wichtig für den menschlichen Organismus. Da der Körper selbst nur etwa ein Drittel des Bedarfs selbst produziert, empfiehlt sich eine zusätzliche Einnahme. Neben praktischen Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen sich auch verschiedene Lebensmittel als Quelle. Diese Nahrung enthält besonders große Mengen:

- Weizenkeime 
- Hülsenfrüchte, etwa Sojabohnen, Erbsen, Linsen oder Kichererbsen
- Reifer Käse, zum Beispiel Parmesan oder Cheddar
- Pilze
- Kürbiskerne
- Hühnerleber
- Rinderhackfleisch
- Obst wie Melone oder Mango
- Gemüse wie Sellerie, Mais, Blumenkohl, Brokkoli, Kopfsalat oder Spinat
- Haselnüsse
- Vollkornbrot

Grundsätzlich gilt Spermidin als sehr gut verträglich – kein Wunder, schließlich handelt es sich um eine körpereigene Substanz. Eine entsprechende Studie verzeichnete bei Einnahme von 1,2 mg Spermidin pro Tag keinerlei Probleme. (Verbraucherzentrale, 2020). Übrigens: Nicht nur durch spermidinreiche Nahrungsmittel oder die Einnahme von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln lässt sich der Bedarf decken – auch ein gesunder Lebenswandel kann dabei unterstützen: So lässt sich die Menge am Nährstoff im Körper beispielsweise durch Sport oder Fasten beziehungsweise eine deutliche Reduzierung der Kalorienzufuhr steigern. (Stand: Dezember 2020)



Quellen:
1Flöel, Agnes et al. (29.3.2017): Polyamine-enriched Diet in Elderly Individuals With Subjective Cognitive Decline (SmartAge). https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03094546 (abgerufen 9.12.2020)
Smollich, Martin (2020): Charité-Studie: Mit Spermidin gegen COVID-19. https://www.ernaehrungsmedizin.blog/2020/04/23/charite-studie-mit-spermidin-gegen-covid-19/ (abgerufen 9.12.2020)