08.06.21

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ATKINS-DIÄT: MÖGLICHKEITEN UND RISIKEN

Lesezeit: 03:47 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Atkins Diät?
  2. Die Prinzipien der Atkins-Diät
  3. Die vier Phasen der Ketose
  4. Risiken der Atkins-Diät

1. WAS IST DIE ATKINS-DIÄT?

Robert Atkins wurde 1930 in Ohio geboren und konzentrierte sich nach seinem Medizin-Studium auf die Kardiologie. Dabei suchte er schon immer nach alternativen therapeutischen Ansätzen. Atkins selbst litt unter starkem Übergewicht – das motivierte ihn dazu, eine wissenschaftlich begründete Diät zu entwickeln, bei der man schnell abnehmen kann, ohne zu hungern. 1972 stellte er seine Diät-Revolution der Öffentlichkeit vor.

Sie basierte darauf, in der Ernährung zu großen Teilen auf Kohlenhydrate zu verzichten und als Energielieferanten hauptsächlich auf Protein und Fette zu setzen. Die Atkins-Diät sorgte für viel Aufsehen. Der Arzt beschäftigte sich zunehmend als Ernährungswissenschaftler mit der Erforschung von Kohlenhydraten, schrieb viele Bücher und gründete neben seinem Atkins Forschungszentrum auch einen eigenen Lebensmittelkonzern.

2. DIE PRINZIPIEN DER ATKINS-DIÄT

Die Atkins-Diät ist bekannt dafür, dass sie schnell zu einem spürbaren Erfolg führt – und das, ohne zu hungern oder umständlich Kalorien zu zählen. Das Geheimnis ist eine Umstellung des Stoffwechsels. Der Körper kann seine Energie durch die Auswahl der Lebensmittel nicht mehr aus Kohlenhydraten generieren. Er verbrennt daher zunächst seine Kohlenhydrat-Reserven und leert so die Glykogenspeicher in der Muskulatur. Glykogen bindet das Wasser im Körper, daher wird in der Anfangsphase der Atkins-Diät viel Wasser ausgeschieden. So verliert man schon zu Beginn merklich an Gewicht.

Nach einer gewissen Zeit stellt sich der Stoffwechsel um: Statt Kohlenhydrate nutzt der Körper eingelagerte Fette und die Fette aus der zugeführten Nahrung als Energielieferanten. Diese Fette muss er jedoch zunächst in der Leber in die sogenannten Ketonkörper – die drei Säuren Acetacetat, Aceton und Beta-Hydroxy-Buttersäure – verstoffwechseln, bevor er sie nutzen kann. Den Zustand des Stoffwechsels, in dem der Körper Ketonkörper bildet, nennt man Ketose. Die Ketonkörper gelten als effektiver Energielieferant. Um in die Ketose zu gelangen, stehen kohlenhydratarme, dafür aber protein- und fettreiche Lebensmittel auf dem Speiseplan. Wenig Kohlenhydrate haben beispielsweise grüne Gemüsesorten wie Salate, Brokkoli, Zucchini oder Spinat. Hinzu kommen Nahrungsmittel mit viel Eiweiß – wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte und Eier, ergänzt von Fettlieferanten wie Ölen und Käse.

3. DIE VIER PHASEN DER ATKINS-DIÄT

Eine typische Atkins-Diät besteht aus vier Phasen. In jeder Phase wird eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten verzehrt.

Erste Phase – Einleitung: In den ersten zwei Wochen der Atkins-Diät soll der Stoffwechsel so umgestellt werden, dass die Ketose beginnt. Dazu dürfen pro Tag nur noch 20 Gramm Kohlenhydrate zugeführt werden. Lieferant dieser Kohlenhydrate sollte Salat und Gemüse sein, auf Brot, Getreideprodukte oder Kartoffeln sollte vollständig verzichtet werden. Hauptkomponente der Nahrung sind Fleisch, Eier und Soja-Produkte.

Zweite Phase – Reduktion: In der zweiten Phase der Atkins-Diät geht es darum, möglichst viel Gewicht zu verlieren. Zunächst darf die Menge an Kohlenhydraten pro Woche um fünf Gramm erhöht werden. Dafür stehen nun nährstoffreiche Lebensmittel wie Beeren, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan. Sobald der Körper kein Gewicht mehr verliert, sollte die Menge an Kohlenhydraten wieder um fünf Gramm verringert werden. Das ist bei den meisten Menschen bei zwischen 40 und 60 Gramm der Fall.

Dritte Phase – Vor-Erhaltung: Nun ist langsam das Zielgewicht in Reichweite. Die Menge an Kohlenhydraten wird pro Woche um 10 Gramm erhöht – und zwar so lange, bis man nicht mehr weiter an Gewicht verliert.

Vierte Phase – Erhaltungsdiät: Die Erhaltungsdiät hat nicht mehr das Ziel, das Gewicht zu reduzieren, sondern es zu halten. Diese Phase soll laut Robert Atkins ein Leben lang beibehalten werden. Der Körper ist nicht mehr in der Ketose, erhält aber weiterhin relativ wenig Kohlenhydrate. Entsprechend werden auch die Lebensmittel vielfältiger: Neben Gemüse und Salaten werden auch Fleisch, Fisch, und Obst und Nüsse verzehrt – bei Brot, Getreideprodukten und Kartoffeln sollte man sparsam bleiben.

4. RISIKEN DER ATKINS-DIÄT

Die Atkins-Diät ist seit ihrer Erfindung umstritten. Ernährungswissenschaftler und Mediziner sehen die Gefahr einer Mangelernährung, einer Übersäuerung des Organismus, die zu Gicht führen könnte, einer Belastung der Nieren durch zu viel Eiweiß und der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen durch zu hohe Blutfettwerte. Studien konnten bislang aber nicht belegen, dass diese Befürchtungen in der Praxis eintreten1. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Atkins-Diät schneller zu Abnehm-Erfolgen führt als eine Diät, die auf die Reduktion von Fett setzt2.

Mediziner weisen jedoch darauf hin, dass eine Atkins-Diät unter ärztlicher Aufsicht stattfinden sollte. Abnehmwillige müssen darauf achten, viel Wasser zu trinken, um die Ketonkörper aus dem Körper zu spülen und eine Übersäuerung zu verhindern. Außerdem sollten sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um einer Unterversorgung mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen vorzubeugen.

FAZIT

Die Atkins-Diät ist ein effektives Ernährungsprogramm, um schnell viel Gewicht zu verlieren – das bestätigen auch wissenschaftliche Studien. Jedoch gibt es dabei auch gesundheitliche Risiken. Um gesund abzunehmen, sollte ein Arzt die Diät begleiten, es sollte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr und eine Nährstoffversorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln geachtet werden.

Quellen:

1 Studie: Linda Stern et al. The Effects of Low-Carbohydrate versus Conventional Weight Loss Diets in Severely Obese Adults: One-Year Follow-up of a Randomized Trial, Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15148064/
2 Studie: S. Jasni et al. Effectiveness of the Atkins Diet as a Treatment of Weight Reduction, Link: https://www.semanticscholar.org/paper/Effectiveness-of-the-Atkins-Diet-as-a-Treatment-of-Jasni-Osman/98f7f5a9183cbba63ebf0d17ff5ce43e0a57c9c7