08.06.21

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BLUTDRUCK – WIE HOCH DÜRFEN DIE BLUTDRUCKWERTE SEIN?

Lesezeit: 03:58 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Was versteht man unter Blutdruck?
  2. Wie misst man die Blutdruckwerte?
  3. Wie hoch darf mein Blutdruck sein?
  4. Warum ist Bluthochdruck gefährlich?
  5. Was kann man für einen gesunden Blutdruck tun?

1. WAS VERSTEHT MAN UNTER BLUTDRUCK?

Das Herz pumpt unser Blut durch den ganzen Körper. So werden alle Körperregionen mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Der Blutdruck ist die Kraft, mit der sich das Blut dabei fortbewegt und gegen die Wände der Blutgefäße drückt. Dieser Druck ist keineswegs immer gleich hoch. Vielmehr passt der Körper ihn dynamisch an seine aktuellen Bedürfnisse an.

In den Arterien befinden sich spezielle Sinneszellen, die Barorezeptoren. Sie messen die Dehnung der Arterien und übermitteln die Informationen an das vegetative Nervensystem. Dieses kann den Blutdruck durch die Ausschüttung von Botenstoffen regulieren, die den Herzschlag und die Weite der Arterien anpassen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang Arterielle Druckregulation. So können Muskeln und Organe bei Bedarf schneller mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden – zum Beispiel, wenn wir Sport treiben.

2. WIE MISST MAN DIE BLUTDRUCKWERTE?

Da der Blutdruck so dynamisch ist, kann das Blutdruckmessen immer nur eine Momentaufnahme darstellen. Beim Blutdruckmessen unterscheidet man zwei Werte: Den systolische Wert ist der höhere von beiden und wird stets als erstes genannt. Er wird gemessen, wenn das Blut gerade in die Gefäße gepumpt wird. Der zweite Wert ist der diastolische Wert. Er ist niedriger, da er in der Entspannungsphase des Herzmuskels gemessen wird.

Beim Blutdruckmessen gibt es verschiedene Methoden:

Indirekte Messung: Die Blutdruckmessung mit Hilfe einer Blutdruckmanschette oder eines digitalen Blutdruckmessgerätes wird in Arztpraxen angewendet. Mediziner sprechen auch von einer nicht-invasiven Messung (NIPB).

Direkte Messung: Diese Messmethode wird auch als Invasive Blutdruckmessung (IBP) bezeichnet. Dabei wird der Messfühler in der Arterie platziert. Man verwendet diese Art der Messung in der Regel nur bei Notfällen oder im Krankenhaus.

24-Stunden-Messung: Die Langzeit-Messung kann ein genaueres Bild von der Entwicklung des Blutdruckes im Laufe eines Tages machen.

3. WIE HOCH DARF MEIN BLUTDRUCK SEIN?

Im Ruhezustand sollte der Blutdruck bei etwa 120 zu 80 mmHg liegen. Das führt zu der Frage: Welche Blutdruckwerte sind gefährlich? Von einem zu hohen Blutdruck spricht man, wenn die Blutdruckwerte über 140 zu 90 mmHg liegen. Ein solcher Blutdruck bleibt oft lange unbemerkt, kann aber auf Dauer zu Gesundheitsproblemen führen. Akut lebensbedrohlich ist ein Blutdruck ab einem systolischen Wert von 220 mmHg und einem diastolischen Wert von 120 mmHg. So hohe Werte bezeichnet man als Blutdruckkrise. Betroffene sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, denn es besteht das Risiko von Gefäßrissen, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Der Blutdruck verändert sich typischerweise im Laufe des Lebens. Aber welcher Blutdruck ist normal in welchem Alter? Grundsätzlich gilt: Kinder haben ein niedrigeren Blutdruck, der mit zunehmendem Alter steigt. Bei Neugeborenen liegt der normale Blutdruck bei 60 zu 40 mmHg, bei Kleinkindern sind es bereits 95 zu 60 mmHg und bei Erwachsenen 120 zu 80 mmHg. Ältere Menschen haben häufig höhere Werte von 150 zu 90 mmHg. In der Altersgruppe zwischen 70 und 79 Jahren leiden am meisten Menschen unter Bluthochdruck – nämlich drei von vier1.

4. WARUM IST BLUTHOCHDRUCK GEFÄHRLICH?

Der Blutdruck kann erhöht sein, ohne dass er unmittelbar spürbare Beschwerden verursacht. Viele Menschen bemerken ihren Bluthochdruck über Jahre hinweg gar nicht – daher ist das regelmäßige Messen wichtig. Liegen die Blutdruckwerte langfristig über 140 zu 90 mmHg, erhöht dies das Risiko für verschiedene Erkrankungen und gesundheitliche Schäden. Dazu gehören:

- Diabetes
- Herzinsuffizienz
- Nierenschäden
- Gefäßverschleiß
- Erblindung
- Erektionsstörungen
- Herzinfarkt
- Schlaganfall

Bei einem sehr hohen Blutdruck kann es auch zu akuten Symptomen kommen:

- Schmerzen in der Brust
- Atemprobleme
- Schwindelgefühle
- Kopfschmerzen
- Krampfanfälle
- Ohrensausen
- Nasenbluten
- Sprachstörungen
- Übelkeit
- Sehstörungen

Treten derartige Symptome bei Menschen mit Bluthochdruck auf, sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden – es kann sich um einen hypertensiven Notfall handeln.

5. WAS KANN MAN FÜR EINEN GESUNDEN BLUTDRUCK TUN?

Die gute Nachricht: Für einen gesunden Blutdruck kann man viel selber tun. Wer unter dauerhaft zu hohem Blutdruck leidet, kann diesen vom Arzt medikamentös einstellen lassen. Seit 1998 hat der durchschnittliche Blutdruck in Deutschland aufgrund des guten Blutdruckmanagements deutlich abgenommen1. In einer Bevölkerungsgruppe hat die Hypertonie jedoch zugenommen: bei jungen Männern. Experten erklären sich dies durch die Zunahme von Übergewicht und Stress. Durch eine gesunde Lebensweise kann man hohem Blutdruck meist vorbeugen. In vielen Fällen lässt sich – in Abstimmung mit dem Arzt – ohne Medikamente wieder ein normaler Blutdruck erreichen.

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt dazu:

- regelmäßige Bewegung
- maßvoller Umgang mit Alkohol
- salzarme Kost
- Verzicht aufs Rauchen
- gesundes Gewicht
- ausgewogene Ernährung mit viel ungesättigten Fettsäuren und Vollkornprodukten

Auch auf das Stressmanagement sollten Betroffene achten. Forschungen legen nahe, dass verschiedene Nährstoffe ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben können. Dazu gehören Magnesium und Vitamin D2 3. Auch von Vitamin C und den Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPS) und Docosahexaensäure (DHS) wird vermutet, dass sie zu einem gesunden Blutdruck beitragen können. Neuere Studien haben zudem Hinweise darauf gefunden, dass die Darmgesundheit für den Blutdruck von Bedeutung sein kann3 4Probiotika können den Erhalt einer normalen Darmflora unterstützen.

FAZIT

Bluthochdruck verursacht häufig nicht sofort Symptome, kann aber mittelfristig zu ernsthaften und sogar lebensgefährlichen Erkrankungen führen. Zum Glück kann jeder etwas gegen hohen Blutdruck tun – insbesondere durch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung.

Quellen:

1 Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland des Robert Kocht-Institutes (DEGS1, Link: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_node.html
2 Studie: Rodriguez-Portales, Intracellular calcium and blood pressure: comparison between primary hyperparathyroidism and essential hypertension, Link: https://www.nature.com/articles/1001907
3 Studie: Pilz S, et al. Vitamin D status and arterial hypertension: a systematic review, Artikel in Deutsche ApothekerZeitung "Vitamin D und Magnesium bei Hypertonie", Link: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-11-2012/vitamin-d-und-magnesium-bei-hypertonie
4 Studie: Gómez-Guzmán, M. et al. Antihypertensive effects of probiotics Lactobacillus strains in spontaneously hypertensive rats. Artikel "Darmbakterien könnten vor einer Hypertonie schützen", Studie: Khalesi, S. et al. Effect of probiotics on blood pressure: a systematic review and meta-analysis of randomized, controlled trials. Hypertension, Ärzteblatt, Link: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83520/Studie-Darmbakterien-koennten-vor-einer-Hypertonie-schuetzen