L-Arginin – Potenzmittel, Sportlerdroge oder natürlicher Blutdrucksenker?

Arginin (oder auch "L-Arginin" oder "L-Arginine") ist eine der wichtigsten Aminosäuren überhaupt. Vor allem in Sachen Durchblutung und Blutdruck sind ihre Fähigkeiten einzigartig – und das nicht nur beim Sport. Aber kann Arginin wirklich Medikamente ersetzen wie das teilweise in der Werbung behauptet wird? Wie nehme ich Arginin ein? Und worauf sollte ich beim Kauf achten? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet....

1. Was ist L-Arginin?

2. Wofür brauche ich L-Arginin?

3. Wie erkenne ich einen L-Arginin-Mangel?

4. Wo ist am meisten L-Arginin enthalten?

5. L-Arginin senkt den Blutdruck – stimmt das?

6.  Macht L-Arginin als Nahrungsergänzungsmittel Sinn?

6.  Wann und wie lange soll man L-Arginin einnehmen?

6.  Wo kauft man am besten L-Arginin?

Was ist L-Arginin? Wofür brauche ich Arginin? Wie wirkt Arginin? Worauf sollte ich beim Kauf von L-Arginin Nahrungsergänzungsmitteln achten?

1. Was ist L-Arginin?

L-Arginin (oft auch nur "Arginin" oder "Arginine" genannt) ist eine proteinogene semi-essentielle Aminosäure. Das heißt: Sie kann nicht nur über die Nahrung aufgenommen werden, sondern unser Körper produziert sie auch selber – aus Vitaminen bzw. anderen Aminosäuren. Arginin ist der Ausgangsstoff für Neurotransmitter und Enzyme sowie für Muskeln, Haut und Haare. Das Besondere: Diese Aminosäure enthält von allen die höchste Menge an Stickstoff. Dadurch kann der Organismus allein aus Arginin das gefäßerweiternde Stickoxid-Molekül NO bilden. NO ist für die Regulierung des der Durchblutung und des Blutdrucks verantwortlich.

2.  Wofür brauche ich L-Arginin?

Kurz gesagt: Um zu leben! Denn Arginin und andere Aminosäuren sind die elementaren Bausteine allen Lebens auf unserer Erde. Fehlt dem Organismus eine Aminosäure – und werden dadurch körpereigene Stoffe wie z.B. Hormone nicht mehr angemessen produziert, funktioniert der Körper nicht optimal.

Der Aminosäure werden folgende Eigenschaften zugesprochen:


L-Arginin und Sport

Unter Fitness-Sportlern und Bodybuildern ist Arginin schon lange als die "Power-Aminosäure" bekannt. Neben Protein und Creatin ist es eines der meistgekauften Mittel. Eingenommen werden die Kapseln in erster Linie für die Durchblutung, den Muskelaufbau, die Fettverbrennung und zur Leistungssteigerung.
Wissenschaftliche Studie zu "L-Arginin und Trainingsintensität": https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20724562


L-Arginin bei Bluthochdruck

Arginin ist die einzige natürliche Substanz, aus der unser Körper NO (Stickstoffmonoxid) bilden kann. Die durch NO entstehende Erweiterung der Gefäße sorgt für eine bessere Durchblutung und kann einen erhöhten Blutdruck senken. Eine schlechte Durchblutung und ein zu hoher Blutdruck schädigen das Herz sowie die Herzkranzgefäße – und sind oft Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Wissenschaftliche Studie zu "L-Arginin und Blutdruck": https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22137067


L-Arginin bei erektiler Dysfunktion

Erektionsstörungen – häufig auch als "Impotenz" bezeichnet – sind ein verbreitetes Problem. Nicht nur ältere Männer leiden an Potenzstörungen (erektile Dysfunktion). Diabetes, Stress, Rauchen und ungesunde Ernährung können auch bei Jüngeren für eine verringerte Erektionsfähigkeit verantwortlich sein. Dank der Bildung von NO (Stickstoffmonoxid) mittels Arginin soll die Durchblutung in den Schwellkörpern des Penis verbessert und so die Erektion gesteigert werden. Die dazu empfohlene tägliche Dosierung liegt bei 1–3 Gramm. Studien berichten, dass die Beigabe von Pinienrindenextrakt sogar noch den positiven Nutzen von Arginin erhöht. Zu Nebenwirkungen kann es erst ab einer Einnahme von 15 Gramm pro Tag kommen (Verdauungsbeschwerden, Bauchkrämpfe etc.)
Wissenschaftliche Studie zu "L-Arginin plus Pinienrindenextrakt": https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18037769 


L-Arginin und Atherosklerose

Wenn allgemein von "Arterienverkalkung" gesprochen wird, ist damit eigentlich die sog. Atherosklerose gemeint, die eine Form der Arterienverhärtung ist. Streng genommen hat Arteriosklerose nichts mit "Kalk" oder "Verkalkung" zu tun hat. Vielmehr sind hier Einlagerungen von Cholesterin und anderen Fetten vorhanden, die eine Sauerstoffversorgung der Organe behindern. Die bekanntesten Symptome sind Brustenge (Gefäßverhärtung in der Herzgegend) und die "Schaufensterkrankheit" (Gefäßverengung in den Beinen). Die Schaufensterkrankheit heißt deshalb so, weil die betroffenen Menschen aufgrund von Schmerzen in den Beinen öfters Pausen beim Gehen einlegen müssen. Und sich währenddessen entweder zum Zeitvertreib oder zum "Vertuschen" ihrer Beschwerden Schaufenster ansehen.
Wissenschaftliche Studie zu "L-Arginin Atherosklerose": https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-21-2012/arginin-bei-atherosklerose 

Auch wenn es zahlreiche, seriöse, wissenschaftliche Studien zu Arginin gibt, die alle vorhergehenden Aussagen bestätigen – "Gesundheitsversprechen" dürfen nicht gegeben werden. Arginin Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel – vor allem in Kombination mit anderen Vitalstoffen wie Kalium, B-Vitamine, Ginseng etc. – können eine sinnvolle Hilfe sein, aber eben keine Garantie auf eine Genesung. Doch diese Garantie gibt es bei Medikamenten natürlich auch nicht ...

 Was ist L-Arginin? Wofür brauche ich Arginin? Wie wirkt Arginin? Worauf sollte ich beim Kauf von L-Arginin Nahrungsergänzungsmitteln achten?

3. Wie erkenne ich einen L-Arginin-Mangel?

Ein Arginin-Mangel kann sich auf unterschiedlichste Art äußern. Zu den Anzeichen zählen z.B.:

  • Das Immunsystem ist geschwächt
  • Die Wundheilung ist schlecht
  • Haut, Haare und Nägel wachsen nicht so gut
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Herzbeschwerden
  • Schnelles Ermüden
  • Unruhe
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Gerötetes Gesicht

Weitere Symptome aufgrund von Folgeerkrankungen können z.B. sein:

  • Brustenge
  • Schaufensterkrankheit
  • Sehstörungen
  • Wassereinlagerungen im Bindegewebe

Je nach Beschwerden sollte man zum Arzt gehen, um sich eventuell mittels blutdrucksenkender Medikamente behandeln zu lassen. Was auf jeden Fall sinnvoll ist, ist eine Veränderung des Lebensstils – die Wirkung kann erstaunlich sein:

  • Mehr Bewegung bzw. Sport treiben
  • Abnahme des Körpergewichts
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Stress vermeiden

4. Wo ist am meisten L-Arginin enthalten?

Mit der richtigen Ernährung kann man einem Arginin-Mangel vorbeugen bzw. diesen beheben. Einige Lebensmittel enthalten nämlich sehr viel von dieser Aminosäure. Hier die Top Ten der Arginin-Nahrungsmittel:

  • Kürbiskerne (5.353 mg L-Arginin pro 100 g)
  • Erdnüsse (3.460 mg)
  • Mandeln (2.750 mg)
  • Pinienkerne (2.413 mg)
  • Linsen (2.240 mg)
  • Haselnüsse (2.030 mg)
  • Garnelen (1.740 mg)
  • Rindfleisch (1.540 mg)
  • Hähnchenbrust (1.350 mg)
  • Lachs (1.330 mg)

Was man allerdings im Hinterkopf behalten sollte: Manche Lebensmittel davon sind recht kalorienhaltig. Wenn dies nicht erwünscht ist, empfehlen sich Arginin Kapseln zur Nahrungsergänzung.

5. L-Arginin senkt den Blutdruck – stimmt das?

Glaubt man den bekannten Studien, so kommt man nicht an Arginin vorbei, wenn es um eine natürliche Form der Blutdrucksenkung geht. Ein Bedarf an alternativen Mitteln ist auf jeden Fall gegeben: In keinem anderen Land der Welt werden mehr Blutdruck senkende Medikamente geschluckt als in Deutschland.

Hier noch ein Beispiel wissenschaftlicher Studienergebnisse zum Thema "Arginin und Bluthochdruck": https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2728371/

6. Macht L-Arginin als Nahrungsergänzungsmittel Sinn?

Ja und nein. Grundsätzlich braucht der Mensch nicht zwingend Nahrungsergänzungsmittel. Eine ausgewogene Ernährung (vor allem mit täglich viel frischem Obst und Gemüse) könnte eigentlich grundsätzlich ausreichen. Aber: In der heutigen Schnelllebigkeit und Hektik fehlt oft die Zeit (für Einkauf und Zubereitung), die man für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung braucht. Auch ist nicht selten ein erhöhter Bedarf an Mikro- und Makronährstoffen vorhanden – durch Fast Food und Fertiggerichte sowie durch stressbedingte Belastungen, z.B. hervorgerufen wegen hoher Anforderungen im Beruf etc. Hinzu kommt, dass die Nahrungsmittel nicht mehr das sind, was sie mal waren: Ausgelaugte Ackerböden sowie lange Transportwege und Lagerungen mindern die Qualität unserer täglichen Ernährung. Hier können Nahrungsergänzungsmittel ernährungsbedingte Defizite ausgleichen. Doch wenn schon Nahrungsergänzung, bitte NATÜRLICHE und keine synthetische!

7. Wann und wie lange soll man L-Arginin einnehmen?

Am besten nimmt man Arginin Kapseln über den Tag verteilt zu sich – entweder 2 oder 3 x täglich. So ist der Körper gut und gleichmäßig versorgt. Die Dauer der Einnahme ist unbegrenzt. Arginin ist als Nahrungsergänzung eine vollkommen natürliche Substanz (auch für Veganer geeignet), die der Körper in gewissem Maße selbst herstellt – im Gegensatz zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

8. Wo kauft man am besten L-Arginin? Welche Arginin-Formen gibt es?

Kaufen Sie dort, wo Sie natürliches Arginin bekommen. Viele Anbieter haben in ihren Produkten synthetisch produzierte Inhaltsstoffe, die mit natürlichen nicht zu vergleichen sind. Es gibt Arginin als Tabletten, als Pulver, in Flaschen und als Kapseln. Tabletten lösen sich schnell auf, manchmal zu schnell … Pulver ist relativ schlecht dosierbar … Flüssig-Arginin in Flaschen muss nach Anbruch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die einfachste und sicherste Einnahme ist die der Arginin Kapseln.

Man unterscheidet zwischen den beiden Arginin-Sorten "Arginin Base" und "Arginin Hydrochlorid". Arginin Base ist zu 100% reines Arginin. Arginin Hydrochlorid enthält ca. 80% reines Arginin und sollte darum entsprechend höher dosiert sein.

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Über den Autor: Jörn Kocken gilt als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der natürlichen bzw. pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel in Europa. Er ist zudem Gründer von Feelgood-Shop.com, seit 2003 einer der größten Online-Händler für natürliche Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz.