05.07.21

gesundheit-wohlbefinden-rheuma-symptome-behandlung-ernaehrungstipps

RHEUMA: SYMPTOME, BEHANDLUNG & ERNÄHRUNGSTIPPS BEI RHEUMATOIDER ARTHRITIS

Lesezeit: 04:04 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie zeigt sich Rheuma?
  2. Welche Formen von Rheuma gibt es?
  3. Therapie: Was hilft wirklich bei Rheuma?
  4. Ernährungstipps für Menschen mit Rheuma

1. WIE ZEIGT SICH RHEUMA?

Wenn man von Rheuma spricht, ist meist die rheumatoide Arthritis (RA) gemeint – eine chronische Gelenkentzündung, die in Schüben auftritt. Allein in Deutschland sind über eine halbe Million Menschen daran erkrankt1. Zwar sind sowohl ältere wie auch jüngere Menschen betroffen, die meisten sind jedoch zwischen 50 und 70 Jahre alt. Forscher gehen davon aus, dass bei der Erkrankung genetische, hormonelle und immunologische Faktoren eine Rolle spielen, die im Zusammenspiel mit weiteren Risikofaktoren wie Infektionen, Allergien, Rauchen und Übergewicht agieren2.

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Abwehrsystem wendet sich gegen die Schleimhaut der eigenen Gelenke. Aus der Entzündung der Gelenkschleimhaut wird eine Gelenkentzündung, die von Schleimbeutelentzündungen und Sehnenscheidenentzündungen begleitet werden. Der Krankheitsverlauf kann langsam und milde sein, aber auch schnell und heftig. Langfristig führt die Erkrankung zur Versteifung und Zerstörung der Gelenke. Typische Symptome von Rheuma sind:

Müdigkeit und Erschöpfung
- allgemeines Krankheitsgefühl
- Gliederschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Stimmungsschwankungen
- warme, geschwollene Gelenke
- nächtliche Gelenkschmerzen
- steife und kraftlose Gelenke am Morgen

2. WELCHE FORMEN VON RHEUMA GIBT ES?

Insgesamt gibt es über 100 verschiedene Krankheiten, die unter den Sammelbegriff Rheuma fallen. Man unterscheidet vier verschiedene Formen rheumatischer Erkrankungen:

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen:
Hierzu gehört die rheumatoide Arthritis, aber auch Spondyloarthritiden, Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes oder Entzündungen der Blutgefäße.

Degenerativ-rheumatische Erkrankungen:
Hier ist vor allem die Arthrose zu nennen. Während bei einer Arthritis die Gelenke permanent schmerzen, sind sie bei einer degenerativen Arthrose oft eher bei Belastung spürbar.

Weichteilrheumatismus:
Zu dieser Form gehört das Fibromyalgiesyndrom (FMS), das schubweise Schmerzen am gesamten Körper verursacht.

Stoffwechselerkrankungen:
Zu diesen Erkrankungen gehört die Osteoporose, die durch einen gestörten Knochenstoffwechsel verursacht wird und die Knochen brüchig macht. Bei Störungen des Harnsäure- und Purin-Stoffwechsels kann Gicht entstehen.

3. THERAPIE: WAS HILFT WIRKLICH BEI RHEUMA?

Je früher die Rheumatoide Arthritis behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Ziel ist es, die irreversible Zerstörung der Gelenke zu verhindern. Zum Einsatz kommen, je nach Bedarf, die folgenden Therapieformen:

Medikamente:
Der Arzt verschreibt spezielle Medikamente wie Methrotrexat, Cortison oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Die Therapie wird nach dem individuellen Krankheitsverlauf ausgerichtet.

Operation:
In manchen Fällen können operative Eingriffe sinnvoll sein, beispielsweise Gelenkprothesen, eine Entfernung der Gelenkschleimhaut oder eine Gelenkversteifung.

Physiotherapie und Ergotherapie:
Bewegung ist zur Therapie von Rheuma wichtig. Die Muskeln werden entspannt und trainiert, die Beweglichkeit der Gelenke optimiert, Schmerzen reduziert und alltägliche Bewegungsabläufe geübt.

Alternativmedizin:
Häufig wird die medikamentöse und physiotherapeutische Behandlung durch alternativmedizinische Ansätze ergänzt. In der Naturheilkunde wird bei Rheuma beispielsweise Weidenrinde und Teufelskralle eingesetzt.

Nahrungsergänzung:
Als Nahrungsergänzung wird häufig Weihrauch für die Knochen- und Gelenkfunktion eingesetzt. Gut für die Knochen sind auch Zink, Kalzium und Magnesium.

Daneben sind häufig auch Entspannungstechniken zur Stressbewältigung und praktische Hilfsmittel wie Orthopädische Schuheinlagen und Gehhilfen eine wertvolle Unterstützung.

4. ERNÄHRUNGSTIPPS FÜR MENSCHEN MIT RHEUMA

Die gesunde Ernährung spielt für die den Erfolg im Kampf gegen Rheuma eine große Rolle3 und kann entzündliche Prozesse und Schmerzen lindern4. Daher sollte sie die medizinische Therapie möglichst ergänzen. Betroffene sollten vor allem auf Folgendes achten:

Tierische Fette nur in Maßen:
In Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Milchprodukten und Eiern ist ein hoher Anteil an Arachidonsäure enthalten. Diese Säure bildet die Grundlage für entzündungsfördernde Botenstoffe, welche die rheumatoide Arthritis weiter befeuern können. Auf tierische Produkte sollte daher weitgehend verzichtet werden.

Reichlich pflanzliche Lebensmittel:
Eine ausgewogene Kost aus Gemüse, Salate mit Bitterstoffen, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen und Sämereien liefert viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Getreideprodukte sollten möglichst aus Vollkorn bestehen.

Viel Fisch:
Im Unterschied zu anderen tierischen Lebensmitteln ist in Fisch nur wenig Arachidonsäure enthalten, dafür aber ein Hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA).

Gewürze:
Verschiedene Knollen und Kräuter sollen in der Lage sein, die Umwandlung von Arachidonsäure in Entzündungsstoffe zu hemmen. Dazu gehören Curry, Kümmel, Knoblauch und Ingwer.

Durch die chronische Entzündungen im Körper haben Menschen mit Rheuma einen hohen Bedarf an Energie und Nährstoffen, der meist nicht ausreichend über die Nahrung gedeckt werden kann
4. Deshalb ist es sinnvoll, Vitamin E, Vitamin B, Magnesium, Kupfer und Selen zu supplementieren. Besonders wichtig: Vitamin D, das die Bildung der entzündungsfördernden Botenstoffe hemmen kann3. In Studien konnte auch gezeigt werden, dass langkettige Omega-3-Fettsäuren entzündliche Gelenkbeschwerden lindern können5. Kalzium spielt aufgrund des Osteoporose-Risikos ebenfalls eine wichtige Rolle und Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit.

FAZIT

Rheumatische Arthritis ist eine häufige Form rheumatischer Erkrankungen und äußert sich in schmerzenden, heißen und geschwollenen Gelenken. Eine konsequente Behandlung ist wichtig, um der Versteifung und Zerstörung der Gelenke entgegen zu wirken. Neben der medikamentösen Therapie helfen auch Physiotherapie und die richtige Ernährung, die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten zu verhindern. Naturheilkundliche Mittel können die Behandlung unterstützen. Aufgrund des erhöhten Nährstoffbedarfs ist die Supplementierung bestimmter Vitamine und Spurenelemente empfehlenswert.

Quellen:
1Deutsche Rheuma-Liga und Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V., Link: https://www.rheuma-liga.de
2Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert-Koch-Institut, Link: https://www.rki.de
3Studie: Steinwachs M. Erkrankungen des Skelettsystems: Rheumatoide Arthritis und Arthrose. In: Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, im Artikel "Ernährung für gesunde Gelenke", Deutsche ApothekerZeitung, Link: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-44-2012/ernaehrung-fuer-gesunde-gelenke
4Deutsche Rheuma-Liga: Nahrungsergänzungsmittel: Kleines Plus für die Gesundheit, Link: https://www.rheuma-liga.de/rheuma/alltag-mit-rheuma/ernaehrung/nahrungsergaenzungsmittel
5Fachinformationen: Rheuma-Diät, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Link: https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/rheumadiaet